Vereinschronik


1967
 27 Mitglieder kommen zur Gründungsversammlung des SC Eggarten.
1976
Der Verein wird in SC Lerchenauer See umgenannt.
1978
Der Verein pachtet das Gelände an der Feldmochinger Straße 424. Die Arbeiten für die Errichtung von zwei Fußballplätzen beginnen.
1980

Der SC Lerchenauer See schließt sich mit dem SC Nansen aus Freimann zusammen.

1982

Die Sportanlage entsteht aus einer ehemaligen Bauhütte und einer Holzbaracke.

1983
Die Vereinssatzung wird geändert, der SC Lerchenauer See als eingetragener Verein mit Gemeinnützigkeit angemeldet.
1984-1987
Das Vereinsheim wird Zug um Zug ausgebaut, Duschen und Umkleidekabinen entstehen. Das Gelände wird für den Spielbetrieb hergerichtet. Die Einweihung findet 1987 statt.
1999

Die Jugendabteilung in ihrer heutigen Form entsteht.

2009-2010
Der Kabinentrakt wird erweitert. Zwei neue Kabinen und zusätzliche Duschen werden gebaut, damit die mittlerweile zwei Damen-/Mädchenmannschaften „ihren“ Bereich haben.

Vereinslogo-Entstehung


Ende der Sechziger blickt ganz München auf das Jahr 1972 und die Olympischen Spiele. Dieses Jahrhundertereignis hat unsere Stadt nachhaltig geprägt und ist auch in unserem Vereinsemblem verewigt.


SCLer werden oft gefragt, wie es denn sein könne, dass unser Verein SC Lerchenauer See heißt, in Feldmoching liegt und neben einem Fußball Symbole des Olympiaparks im Emblem führt. Die Spiele in München lagen gerade vier Jahre zurück, aber das Olympiafieber hatte München noch immer fest im Griff. In ganz Deutschland war die bayerische Landeshauptstadt weiterhin in aller Munde.


Die Siedlung Eggarten dagegen kannte in ganz München kaum jemand und Fußballer von dort waren im Verein inzwischen in der Minderheit. Ein neuer Name sollte also für einen Bekanntheitsschub sorgen und auch neue Mitglieder bringen.


Was lag also näher, als die Olympiaeuphorie für unseren Fußballverein zu nutzen? Im Zuge der Spiele wurde außerdem der alte Lerchenauer Baggersee umgestaltet. Die heutige Siedlung Lerchenauer See entstand. Gerade aus dieser Gegend erwartete sich der alte SC Eggarten großen Zulauf. Ein neuer Name war also schnell gefunden: SC Lerchenauer See.


Die vor den Olympischen Spielen umstrittene und heiß diskutierte Zeitdachkonstruktion für das Stadion, aber auch der Fernsehturm wurden schon sehr bald zu Wahrzeichen Münchens, wie der Alte Peter, das Rathaus und die Frauenkirche. Das hat der SCL sehr schnell für sich entdeckt und beides in sein Vereinszeichen integriert. In der 1976 gültigen Satzung steht in § 1 unter Absatz 4: Die Vereinsfarben sind schwarz/weiß. Das Vereinsemblem enthält den Münchner Fernsehturm mit einem Fußball. Und eben ein stilisiertes Olympia-Zeltdach.

In der Vereinschronik zum 25-jährigen Jubiläum ist vermerkt, dass die Umbenennung in punkto Mitgliedergewinnung nicht viel gebracht hat. Jedenfalls hat der SC Lerchenauer See eins der schönsten Logo aller Münchner Fußballvereine.

Für diejenigen, die sich noch an die Stimmung in München und den Olympischen Spielen erinnern können, strahlt es Optimismus, Weltoffenheit und Lebensfreude aus. Für die Jüngeren ist es ein Ansporn, als faire Kicker Münchens Ruf als Fußball- und Sportstadt weiter hochzuhalten.

Vereinsgeschichte


Alles begann mit dem Sport-Club Eggarten

1967 kam der Schah von Persien nach Berlin, die Beatles veröffentlichten ihr legendäres Sergeant-Pepper-Album und im Münchner Norden wurde der SC Lerchenauer See gegründet.


Unser erstes Spiel war hauptsächlich zur Gaudi, erinnert sich Fritz Wittmann, der zwar nicht gleich am Anfang dabei war, aber doch bald nach der Gründung dem neuen Verein beigetreten ist. Es fand in einer Kiesgrube an der Schittgabler Straße in der Lerchenau statt, mit zwei Behelfstoren, aber Spaß gemacht hat´s trotzdem. Der erste Gegner, das war der Stehausschank Himmelschlüsselstraße. Das Spiel endete 3:3.


Wir schreiben das Jahr 1967. Im einstigen Huber-Stüberl in der Lerchenauer Bocksdornstraße tun sich einige Sportkameraden zusammen und beschließen, einen eigenen Fußballverein zu gründen. Auch ein Namen ist schnell gefunden: SC Eggarten, nach der Schrebergartensiedlung Eggarten zwischen der Bahnlinie, der Lasalle-, Schittgabler- und Heidelerchenstraße. Bei der Gründungsversammlung am 27. Juli sind 27 Mitglieder anwesend, die sich mit elf Stühlen zufrieden geben müssen. Der Rest nimmt auf Bierträgern Platz oder muss stehen.


Gespielt wir auf der Panzerwiese

An das Unentschieden im ersten Spiel kann der SC Eggarten nicht anknüpfen: Das erste offizielle Match gegen den SV Nord 1b geht mit 12:0 gründlich daneben. Danach werden die sportlichen Begegnungen auf der Panzerwiese im Hasenbergl ausgetragen. Als Dusch- und Umkleideraum muss die Baracke des ehemaligen Frauenholz herhalten. Von 1970 an findet der SC Eggarten sein sportliches Zuhause an der Grohmannstraße, zuerst auf dem Sportplatz Heinrich-Braun-Weg, später dann auf der neu errichteten Bezirkssportanlage.


In den siebziger Jahren wird alles anders. Der Verein ändert seinen Namen in SC Lerchenauer See, 1978 ist ein eigenes Vereinsgelände gefunden, nämlich an der Feldmochinger Straße 424, wo der SCL noch heute daheim ist. Aber das Areal ist bis vor Abschluss des Pachtvertrages landwirtschaftlich genutzt. Es müssen Maiskolben herausgerissen und Sträucher ausgegraben werden, bevor der Rasen eingesäht werden kann. Ostern 1982 beginnt der Bau des Vereinsheims, aber nicht an der Feldmochinger Straße, sondern mitten in der Stadt! Das Vereinsmitglied Robert Farnhammer vermittelt eine acht mal vier Meter große Bauhütte am Stieglmaierplatz. Kostenlos, in gutem Zustand, aber: Für den Abbau bleibt nur der Karsamstag. Also nehmen zwölf Mitglieder die Sache in die Hand und bauen in einer Blitzaktion die Bauhütte beim Löwenbräukeller ab. Die Einzelteile werden auf dem Vereinsgelände gelagert.


Es dauerte jedoch noch einige Jahre, bis das Gelände samt Vereinsheim 1987, zum 20-jährigen Jubiläum offiziell in Betrieb genommen wurde. Aber die Freude über das neue Zuhause währt nicht lange: Obwohl von 20 Neuzugängen verstärkt, kommt die Zwangsversetzung des SCL in die Landgruppe 18 durch den Bayerischen Fußballverband einem Fiasko gleich. Zum dritten mal landet unser Verein mit 0:48 Punkten und 27:128 Toren regelrecht deklassiert.


Das ist der absolute Tiefpunkt in der zwanzigjährigen Vereinsgeschichte. Der Vorstand ist zurückgetreten, sportlich betrachtet sieht es düster aus. Trotzdem finden sich sieben Vereinsmitglieder, die als neuer Vorstand Verantwortung für den Verein übernehmen. Und nach dem Motto neue Besen kehren gut, gelingt es dem Vorstand, eine komplette neue 1. und 2. Mannschaft für den Verein zu gewinnen. Von jetzt an geht es sportlich steil bergauf. Man spricht nicht nur im Münchener Norden vom neuen SC Lerchenauer See, blickt Wittmann zurück, der im Laufe seiner aktiven Jahre verschiedene Positionen im Vorstand begleitete, vom Vorsitzenden bis zum Technische Leiter. Allerdings hat sich auch die Schwäche unserer Fußballer während des Oktoberfests herumgesprochen, fügt er augenzwinkernd hinzu.


Der SCL fängt noch mal neu an

Schon ein Jahr nach der Gründung des Vereins hat der SCL begonnen, eine Jugendabteilung aufzubauen. Aber der Erfolg ist nicht von Dauer. 1985 musste der Punktspielbetrieb der Jugend eingestellt werden. Seit acht Jahren hat der SCL jetzt wieder eine Jugendabteilung, und was für eine: Von den heute rund 320 Mitgliedern sind mehr als die Hälfte Kinder und Jugendliche. Als erster Jugendleiter begann Wigg Kaiser 1999 wieder mit der aktiven Jugendarbeit. Ihm folgten Sepp Ammer, Peter Wildenauer und Andy Jänsch.


Trotz des Zulaufs, besonders bei den ganz kleinen Fußballern, fühlt sich der SCL seiner Geschichte verpflichtet. Wir sind ein kleiner Verein, in dem jeder jeden kennt. Bei uns sind Begriffe wie Kameradschaft, Hilfsbereitschaft und Fairplay noch keine Fremdwörter. Und das soll auch in Zukunft so bleiben.


Dieses Miteinander, das unseren SCL so prägt, werden wir auch in Zukunft gut brauchen können. Als nächstes größeres Projekt steht die Errichtung eines dritten Platzes an. Zuerst als Trainingsplatz, weil das Geld für den Ausbau als Fußballplatz momentan nicht da ist. Und so werden wir wieder auf die aktive Mithilfe der Vereinsmitglieder angewiesen sein. Genauso wie damals, als zwölf SCLer die Ärmel hochgekrempelt und mit dem Abbau einer Bauhütte den Grundstein für unser heutiges Vereinsheim gelegt haben.